Hunde-Forum

Gesunde Ernährung des Hundes

Fettleibige Hunde: Ursachen, Auswirkungen und Abnehmhilfen

Normalgewichtiger versus übergewichtiger Hund

Ob der Hund fettleibig ist oder nicht lässt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen. Denn, wenn dieser vielleicht etwas voluminöser als sonst erscheint, kann das auch einfach an dem dicken Winterfell liegen. Ob der Hund wirklich übergewichtig ist, lässt sich einfach feststellen, indem versucht wird, die Rippen mit leichtem Druck auf den Brustkorb zu ertasten. Zudem sollte bei der Betrachtung des Hundes die Bauchlinie vom Brustkorb aufsteigend bis zum Becken verlaufen und der Bereich hinter den Rippen, also vor der Hüfte, sollte schmaler sein, als der vordere Teil des Rumpfes. Wenn dieses Verhältnis nicht stimmt, oder die Rippen nicht oder nur schwer zu ertasten sind, leidet der Hund unter Adipositas. In diesem Fall, sind die Ursachen für die Fettleibigkeit rauszufinden. Also muss die Ernährung umgestellt werden oder neigt der Hund vielleicht nach erfolgter Kastration plötzlich zur verstärkten Fettanlagerung?

Ursachenforschung
Abbildung 1: Faktoren, die zu einer Fettleibigkeit beim Hund führen können.

Zu allererst ist natürlich die Ernährung der größte Faktor, der das Gewicht beeinflussen kann. Wer seinen Hund mit zu vielen Leckerlis belohnt, vor allem, wenn er nicht in Bewegung ist, dann lagert sich ganz schnell Fett ein, das das Tier auf Dauer in seiner Motorik und Gesundheit einschränkt. Aber nicht nur die für Hunde geeignete Belohnung für Zwischendurch, oder eine zu große Menge an Trocken- und Nassfutter kann die Fettleibigkeit begünstigen. Manche Menschen meinen ihrem Hund etwas Gutes zu tun, wenn dieser etwas von dem Mittagessen abbekommt, ein Brötchen vom Frühstück oder die Schokolade abends vor dem Fernseher. Das kann nicht nur die Fetteinlagerungen bestärken, sondern ist zudem Gift für den Hund. Natürlich kommt es immer auch auf die Menge an, aber Schokolade, Milch, Salz oder Steinobst sind Lebensmittel, die für den Hund tödlich sein können. Auch Speck und rohes Schweinefleisch fallen unter die Nahrungsmittel, die für den Hund tabu sein sollten. Ausführliche Hinweise zu den giftigen Inhaltstoffen, möglichen Auswirkungen und Tipps, die beachtet werden sollten, wenn der Hund unbeaufsichtigt für ihn schädliche „menschliche“ Nahrung gefressen hat, finden sich unter fressnapf.de. Aber nicht nur das Futter, sondern auch Kastration, die Rasse oder das Alter können Gründe für das Übergewicht sein. Eine Kastration begünstigt die schnellere Anlagerung von Fett durch die hormonelle Veränderung. Dagegen ist bei einem Senior-Hund der Stoffwechsel nicht mehr so aktiv und auch die Muskelmasse ist im Rückgang. Meist beginnt dieser Prozess zwischen sieben und zehn Jahren. Je nach Alter, Bewegungs- und Gesundheitszustand des Tieres, besteht für manche Hunderassen ein größeres Risiko als für andere. Das sind insbesondere der Labrador, der Golden Retriever, der Cocker-Spaniel oder der Beagle. Wie wichtig es ist, die Ursachen für Adipositas zu beachten und rechtzeitig einzugreifen, zeigen die gesundheitlichen Folgen der Fettleibigkeit.

Auswirkungen auf die Hundegesundheit

Ein adipöser Zustand beim Hund kann unter anderem zu einer Herz- Kreislaufschwäche führen. Dann kann es schnell zu einem Herzinfarkt kommen oder, vor allem im Sommer, wenn der Hund starker Hitze ausgesetzt ist, zu einem Kreislaufkollaps führen. Und da die Gelenke bei den täglichen Gassi-Gängen oder beim Herumtollen noch mehr Gewicht zu tragen haben, kann dies Arthrose begünstigen. Ob der Hund unter der Gelenkserkrankung leidet, lässt sich feststellen, indem die täglichen Bewegungsabläufe beobachtet werden. Erhebt er sich nur schwerfällig aus seinem Körbchen heraus, lahmt er beim Gehen, bewegt er sich weniger oder ist ein Gelenk dick beziehungsweise knabbert an einem Gelenk stark, dann können das Anzeichen für eine Arthrose-Erkrankung sein. Um den Bewegungsapparat zu stärken, können zum Beispiel natürliche Nahrungsergänzungsmittel gefüttert werden. Bewährt haben sich nach tiere.rp-online.de vor allem Präparate mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren (u.a. Lein- und Fischöl) oder das Grünlippmuschelextrakt, welches die Gelenke besonders wirksam schützt. Neben den Auswirkungen auf die Knochen und Gelenke, kann es dazu kommen, dass der Hund, den in der Nahrung enthaltenen Zucker nicht mehr verwerten kann. Und zwar aufgrund von Insulinmangel. Diese Erkrankung nennt sich genau wie bei den Menschen Diabetes mellitus. Erste Anzeichen sind übermäßiges Trinken sowie kein Sättigungsgefühl.


Abbildung 2: Anstelle von Leckerlis sollte während des Spaziergangs zur Belohnung besser mit einem geliebten Spielzeug gespielt werden.

Tipps, die beim Abnehmen helfen

  • Keine „Friss-die-Hälfte“ oder Nulldiäten. Das bringt nur für einen gewissen Zeitraum Erfolg und ist zudem gesundheitsgefährdend. Hinweis: „Als Faustregel gilt, dass der Hund in der Woche ca. 2 Prozent seines Körpergewichts verlieren sollte, also um die 400 Gramm bei einem 20 Kilogramm schweren Hund. Dazu reduziert man die Kalorienzufuhr auf etwa 60 Prozent des Bedarfs, den der Hund mit seinem Idealgewicht hätte.“ (Quelle: partner-hund.de)
  • Fütterung mit spezieller Diätnahrung. Diese ist figurbewusst und hält den Hund vor allem länger satt. Und anstelle von Leckerlis zur Belohnung, lieber eine Runde mit dem Lieblingsspielzeug spielen.
  • Neben dem richtigen Futter und der richtigen Menge, – es sollte sich bei der Fütterung der Tagesration an Trockenfutter an der Untergrenze der Herstellerempfehlung orientiert werden – ist auf ausreichende Bewegung zu achten. Bei Rassen, die sich generell gerne bewegen und ihren Kopf benutzen, eignet sich vielleicht auch die Teilnahme an einem speziellen Hundesport. Aber der Hund darf auf keinen Fall überlastet werden. Denn, wenn die Gelenke durch das Übergewicht beansprucht sind, sollten diese nicht noch zusätzlich belastet werden. Ein Sport, der Entlastung und Training verschafft, ist das Hundeschwimmen. Physiotherapeuten, die auf die Behandlung von Hunden spezialisiert sind, bieten neben dem Schwimmen oder einer Akupunktur oft auch eine komplette Begleitung innerhalb der Abnehmphase an.
  • Nicht nur unter physiotherapeutischer Kontrolle, sondern vor allem unter tierärztlicher Kontrolle sollte das Abnehmen stehen. Denn der Tierarzt hilft bei einer gesunden Gewichtsreduktion (Wiegen, Herz-/Kreislaufsystem überprüfen oder Blutabnahme).

 

Bilder:
Abbildung 1: Grafik – Faktoren, die Adipositas begünstigen.
Abbildung 2: © Nicooo ( CC0 1.0) – pixabay.com


 

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