Hunde-Forum

Spielzeug für Hunde

– Tipps zu Reizangel-Alternativen und Frisbee-Training

Spielzeug ist für die körperliche und geistige Auslastung von Hunden unverzichtbar. Während Welpen im Spiel elementare Verhaltensweisen lernen und Selbstbewusstsein aufbauen, ist der spielerische Austausch zwischen Mensch und Hund bei ausgewachsenen Tieren unter anderem zur Festigung der Beziehung und für die individuelle Zufriedenheit entscheidend. Das Angebot an Hundespielsachen ist mittlerweile unüberschaubar. Da hochwertige Artikel relativ kostenintensiv sein können, möchten wir Ihnen nachfolgend Alternativen erläutern. Darunter Anregungen für selbstgemachte Reizangeln.

Kinderspielsachen für Hunde?

Der Großteil der Kinderspielzeuge ist für Hunde nicht geeignet. Schließlich besteht die Gefahr, dass Hunde ihre Beißkraft einsetzen und die Artikel regelrecht auseinanderreißen. Dabei können Füllmaterialien, Kleinteile und scharfe Bestandteile verschluckt werden, die dem Maul und Verdauungstrakt schaden. In vielen Fällen enden derartige Spielereien mit einem Tierarztbesuch. Der Einzige Vorteil bei Kinderspielsachen im Vergleich zu anderen Alltagsgegenständen besteht darin, dass Kinderspielzeuge auf Schadstoffe streng getestet werden. Qualitative Produkte enthalten meist keinerlei schädigende Substanzen. Verletzt sich der Hund beim Spielen mit Kinderspielsachen aufgrund der Beschaffenheit der Produkte, ist diese Tatsache allerdings wertlos.

In gewissen Ausnahmefällen können herkömmliche Spielsachen dennoch eine günstigere Alternative zu teuren Hundespielsachen sein. Ein Beispiel sind Kuscheltiere. Doch eines gleich vorweg: Der Einsatz von Plüschtieren ist nur dann in Ordnung, wenn Sie Ihren Hund problemlos abrufen können und er das entsprechende Objekt ohne Wiederstand an Sie freigibt. Keinesfalls dürfen Hunde mit Kuscheltieren unbeaufsichtigt bleiben. Sie würden innerhalb von Minuten die Füllung zum Vorschein bringen und womöglich fressen. Das Füllmaterial kann Hunde gesundheitlich gefährlich. Wir zeigen anhand der folgenden Erklärung zum Reizangel-Training, wie sich ein herkömmliches Plüschtier sinnvoll verwenden lässt.

Reizangel-Training – Selbst gemachtes Zubehör

Bevor wir näher auf das Reizangel-Training eingehen, möchten wir zur Kuscheltier-Auswahl ein paar Tipps bereitstellen: 

  • Schadstoffe: Verwenden Sie ausschließlich Plüschtiere ohne Schadstoffe
  • Kleinteile: Vermeiden Sie Kuscheltiere mit Plastikteilen wie harte Kunststoffaugen. Sie könnten Hunde im Spiel verletzen. Bedenken Sie, dass ein Plüschtier aus Sicht des Hundes ein Beutetier darstellt wird und er es demnach stark schütteln wird. Plastikteile könnten den Hund an seinen Augen oder anderen Körperteilen treffen.
  • Optik: Beim Reizangel-Training ist es vorteilhaft, wenn das Kuscheltier einem natürlichen Beutetier des Hundes ähnlichsieht. Besonders geeignet wären zum Beispiel Frettchen oder Kaninchen.

Auf der Internetseite www.spielzeug.org, einem Ratgeber für Spielzeug, finden Sie unter den Kaufempfehlungen eine separate Kategorie für Kuscheltiere, die unter anderem für das Reizangel-Training geeignete Modelle enthält.

Nun zum eigentlichen Reizangeltraining:

Beim Reizangeltraining geht es in erster Linie darum, den natürlichen Jagdtrieb des Hundes konkret zu bedienen und zu lenken. Mit einer Reizangel lassen sich Hunde körperlich auspowern und der Bewegungsdrang kann sinnvoll befriedigt werden. Im Handel werden professionelle Reizangeln inklusive „Reizobjekt“ verkauft. Reizangeln setzen sich aus drei Elementen zusammen: Einer Stange, einer Schnur beziehungsweise einem Seil sowie einem Objekt, welches zur Imitation des Beutetiers dient. Indem Sie die Reizangel entsprechend über den Boden gleiten lassen (Reizangeltraining ausschließlich im Freien ausüben) entsteht der Eindruck, dass sich das vermeintliche Beutetier auf der Flucht befindet. Im Hund wird automatisch der Drang geweckt dem Tier nachzujagen. Während Profi-Reizangeln relativ teuer sein können, lässt sich das Zubehör mit einfachsten Mitteln nachbauen. Befestigen Sie an einer herkömmlichen Teleskopstange, die beispielsweise aus dem Gartenbereich oder von einem alten Wischmopp übrig ist, ein strapazierfähiges Seil und daran wiederum ein Kuscheltier. Als Alternative zur Teleskopstange kann ein stabiler Ast genutzt werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Stange darf aber nicht zu schwer sein und sollte gut in der Hand liegen. Auch beim Imitieren des Tieres sind Sie frei. Statt eines Kuscheltieres sind Stofftaschen möglich, die mit Leckerlis gefüllt werden. Auch Fellstücke oder  Stofffetzen sind denkbar.

Auf einem Video, das von YouTube-Channel von "Rütter´s D.O.G.S. Zentrum für Menschen mit Hund Graz" veröffentlicht wurde, zeigt einen Trainer beim Reizangeltraining. Im Video sehen Sie wie Reizangeltraining im Idealfall aussieht. Der Hund lässt sich auf Kommando abrufen und darf das Beutetier nur dann jagen, wenn er die Erlaubnis erhält.

  1. Nur für körperlich gesunde Hunde geeignet.
  2. Falls Sie zu Beginn Probleme haben und Ihr Hund die Beute nicht mehr loslassen will, arbeiten Sie mit einem zweiten Objekt. Sobald sich der Hund zu sehr auf eines fixiert, setzen Sie das andere ein, um einen Austausch durchzuführen. So können Sie Ihrem Vierbeiner spielerisch die Freigabe beibringen. Ergänzen Sie das Training und befehlen Sie dem Hund nach der Freigabe ins „Sitz“ zu gehen. So erzielen Sie eine Unterbrechung des Spiels. Belohnen Sie anschließend mit einer Leckerei oder einer Streicheleinheit. Erst im Anschluss wird die „Jagd“ fortgesetzt.
  3. Motivierend für Hunde ist das Reizangeltraining, wenn Sie einen Dummy gefüllt mit  Futter im Spiel „erlegen“ und ihn anschließend mit dieser Beute füttern. So stellen Sie das Erfolgserlebnis bei einer natürlichen Jagd authentisch nach.
  4. Die Stange sollte rund 1,5 bis 2 Meter lang sein.
  5. Kurze Trainingseinheiten von 10 bis 15 Minuten sind zu Beginn völlig ausreichend. Reizangeltraining ist für Hunde aufgrund schneller Richtungswechsel anstrengend. Die täglichen Spaziergänge lassen sich damit nicht ersetzen!

Weiterführende Informationen und Anleitungen für ein sinnvolles Reizangeltraining finden Sie auf dem Hundeportal unter  www.working-gundogs.de.

Dog-Frisbee – Tipps und Empfehlungen

Viele Hunde lieben Frisbee-Scheiben, weil sie ihr hinterherjagen und ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen können. Besonders Spaß macht das Spiel mit dem Frisbee, wenn Hunde gerne apportierten. Sie müssen nicht zwangsweise eine spezielle Hunde-Frisbee-Scheibe kaufen. Sollten Sie zuhause ein normales Modell haben, müssen Sie darauf achten, dass sich Hunde nicht an scharfen Kanten oder zu harten Materialien verletzen können. Auch hier gilt: Hunde nie mit Frisbee-Scheiben allein lassen, da sie diese zerbeißen und scharfe Kanten verschlucken könnten. Vorteilhaft sind Artikel, die nach Spielzeugrichtlinien für Kinder getestet und weich sowie biegsam sind. 

Während Sie ohne individuelle Tricks spielen können, lässt sich Dog-Frisbee durch Sprünge abrunden. Hunde lernen, wie sie über ein Hindernis springen während sie der Frisbee nachjagen oder sogar über Sie in die Luft springen, um die Scheibe im Flug zu fangen. Spielfreudige Hunde haben großen Spaß am Hundefrisbee. Ein weiterer Vorteil: Die Mensch-Hund-Beziehung wird gefestigt. Abschließend haben wir tabellarisch Gesundheitshinweise zur Spielvariante aufgeführt:

  Sprünge

Hohe Sprünge erst ab einem Alter von 18 Monaten ins Spiel einbauen.

  Untergrund

Der Boden sollte weich und frei von Löchern sein.

  Hindernisse

Entfernen Sie alle ungewollten Hindernisse aus der Spielumgebung.

  Aufwärmen

Um das Verletzungsrisiko zu senken, sorgen Sie mit einem großzügigen Spaziergang für die Muskel-Aktivierung .

 

Fotos: rothpetra, tookapic, 825545 (v.o.n.u.) / pixabay.com 

 


 

Kommentare

27.3.2016

Patrick

Freunde von mir hatten ebenfalls Probleme mit ihrem aggressiven Kleinhund (Jack Russel).

Da half erstens viel Bewegung und zweitens viel Geduld, indem man ihm sein falsches Verhalten nicht durchgehen liess und ihm dafür richtiges Verhalten belohnte.

Wichtig ist, immer konsequent zu sein!

20.2.2016

Pabst Peter

Wir haben einen Chihuahua!
Frage:Wie verhalten wir mit ihm bei ueberhoehter
Akresivitaet unseres Hundes!

Kommentar

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