Otterhound

Der Otterhound ist ein grosser, freundlicher und ausdauernder Laufhund aus Grossbritannien. Er besitzt einen ausgeprägten Geruchssinn und eine besondere Vorliebe für Wasser.

Der Otterhound ist ein grosser, freundlicher und ausdauernder Laufhund aus Grossbritannien. Er besitzt einen ausgeprägten Geruchssinn und eine besondere Vorliebe für Wasser.

Der Otterhound ist ein grosser, kräftiger und freundlicher Laufhund aus Grossbritannien. Er besitzt einen ausgeprägten Geruchssinn, viel Ausdauer und eine besondere Vorliebe für Wasser. Seine Haltung verlangt ausreichend Bewegung, Beschäftigung und Verständnis für einen selbstständig arbeitenden Jagdhund.

Herkunft und Geschichte

Der Otterhound, auch Otterhund genannt, gehört zu den alten britischen Laufhundrassen. Seine genaue Entstehungsgeschichte ist nicht vollständig geklärt. Nach Angaben der FCI werden französische Laufhunde und ursprüngliche englische Hound-Linien als mögliche Vorfahren angesehen.

Über viele Jahrhunderte wurde der Otterhound für die Jagd auf Fischotter eingesetzt. Seine Aufgabe bestand darin, deren Spur sowohl an Land als auch im Wasser zu verfolgen. Dafür benötigte er einen besonders leistungsfähigen Geruchssinn, grosse Ausdauer und die Fähigkeit, über längere Zeit zu schwimmen.

Die Otterjagd ist heute in Grossbritannien verboten. Dadurch verlor die Rasse ihr ursprüngliches Einsatzgebiet. Der Otterhound ist inzwischen sehr selten und wird überwiegend als Begleit-, Ausstellungs- oder Sporthund gehalten. Seine Anlagen als ausdauernder Spür- und Wasserhund sind jedoch weiterhin deutlich vorhanden.

Erscheinungsbild

Der Otterhound ist ein grosser und kräftig gebauter Hund mit starken Gliedmassen und einem raumgreifenden Bewegungsablauf. Rüden erreichen nach dem FCI-Standard ungefähr 69 Zentimeter Schulterhöhe, Hündinnen ungefähr 61 Zentimeter.

Typisch sind der mächtige Kopf, der freundliche Ausdruck und die langen, herabhängenden Ohren. Der Behang zeigt eine charakteristische Falte und ist mit längeren Haaren besetzt. Seine grossen, kräftigen Pfoten können sich beim Schwimmen etwas spreizen. Zwischen den Zehen befindet sich gut sichtbare Haut, die ihn bei seiner ursprünglichen Arbeit im Wasser unterstützte.

Das dichte, raue und wasserabweisende Fell ist etwa vier bis acht Zentimeter lang. Hinzu kommt eine deutlich ausgeprägte Unterwolle. Deckhaar und Unterwolle können eine leicht ölige Beschaffenheit besitzen. Verschiedene bei Laufhunden vorkommende Fellfarben und Farbkombinationen sind möglich.

Wesen und Charakter

Der Otterhound wird im FCI-Standard als freundlich und ausgeglichen beschrieben. Viele Vertreter der Rasse zeigen sich offen, gutmütig und gelegentlich ausgesprochen temperamentvoll. Sein tiefer, weit tragender Laut gehört zum typischen Erscheinungsbild eines Laufhundes.

Als selbstständig arbeitender Jagdhund trifft der Otterhound nicht immer sofort die Entscheidung, die sein Halter von ihm erwartet. Das darf nicht mit mangelnder Intelligenz verwechselt werden. Er wurde über Generationen dafür gezüchtet, einer Spur ausdauernd und eigenständig zu folgen.

Im Familienverband kann er anhänglich und gesellig sein. Aufgrund seiner Grösse und seines lebhaften Wesens sollten Begegnungen mit kleinen Kindern dennoch begleitet werden. Auch das Zusammenleben mit anderen Tieren hängt von Sozialisation, Erziehung und der individuellen Ausprägung des Jagdverhaltens ab.

Erziehung und Beschäftigung

Die Erziehung eines Otterhounds benötigt Geduld, klare Regeln und einen guten Sinn für Motivation. Unnötige Härte ist nicht angebracht. Erfolgversprechender sind verständliche Abläufe, positive Bestätigung und abwechslungsreiche Übungen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Rückruf. Hat der Otterhound eine interessante Spur aufgenommen, kann sein Jagd- und Suchverhalten stärker sein als die Aufmerksamkeit für seinen Menschen. In nicht sicher eingezäunten Gebieten kann deshalb die Verwendung einer geeigneten Schleppleine sinnvoll sein.

Passende Beschäftigungen sind Nasenarbeit, Fährtensuche, Mantrailing und andere kontrollierte Suchaufgaben. Viele Otterhounds gehen gern ins Wasser und können Freude an geeigneten gemeinsamen Aktivitäten am oder im Wasser haben. Belastung und Schwimmen müssen dem Alter, der Kondition und dem Gesundheitszustand angepasst werden.

Haltung und Familie

Der Otterhound benötigt ausreichend Bewegung, darf aber nicht allein durch möglichst lange oder schnelle körperliche Belastung beschäftigt werden. Sucharbeit und ruhige Aufgaben, bei denen er seinen Geruchssinn einsetzen kann, entsprechen seinen natürlichen Anlagen.

Aufgrund seiner Grösse, seines kräftigen Körperbaus und seiner möglichen Lautstärke ist eine kleine, hellhörige Wohnung nicht ideal. Ein sicher eingezäuntes Grundstück kann die Haltung erleichtern, ersetzt aber weder Spaziergänge noch gemeinsame Beschäftigung.

Sein raues Fell bringt nach Spaziergängen häufig Wasser, Schmutz und kleine Pflanzenteile mit ins Haus. Auch die langen Ohren und der Bart benötigen regelmässige Aufmerksamkeit. Zukünftige Halter sollten diese praktischen Seiten der Rasse kennen.

Fellpflege

Das dichte Doppelfell sollte regelmässig gründlich gebürstet und gekämmt werden. Dabei müssen besonders die Bereiche hinter den Ohren, an den Läufen, am Bauch und im Bart kontrolliert werden.

Nach Aufenthalten im Wasser sollte der Hund gut trocknen können. Ohren, Pfoten und Zwischenzehenbereiche sollten auf Verschmutzungen oder kleine Verletzungen überprüft werden. Das natürliche, raue Erscheinungsbild des Fells soll erhalten bleiben. Der FCI-Standard sieht kein Trimmen für Ausstellungszwecke vor.

Gesundheit

Der Otterhound ist eine seltene Rasse mit einer entsprechend kleinen Zuchtpopulation. Verantwortungsvolle Züchter sollten die Gesundheit und genetische Vielfalt bei der Zuchtplanung besonders berücksichtigen.

Zu den gesundheitlichen Bereichen, die von Rasseclubs beobachtet werden, gehören Hüft- und Ellenbogengelenke sowie das Auftreten von Krampfanfällen. Der britische Otterhound Club führt darüber hinaus Informationen zur Glanzmann-Thrombasthenie, einer erblich bedingten Störung der Blutplättchenfunktion.

Aufgrund seines grossen und tiefen Brustkorbs sollten Halter auch über das mögliche Risiko einer Magendrehung informiert sein. Ein plötzlich aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen, starke Unruhe oder ein rasch schlechter werdender Allgemeinzustand sind ein tierärztlicher Notfall.

Die Angaben ersetzen keine tierärztliche Beratung. Fragen zu Gesundheitsuntersuchungen, erblichen Erkrankungen und individuellen Risiken sollten mit einem Tierarzt und einem verantwortungsvollen Züchter geklärt werden.

Für wen eignet sich der Otterhound?

Der Otterhound eignet sich für Menschen, die einen grossen, freundlichen und eigenständig arbeitenden Laufhund suchen. Sie sollten Freude an langen Spaziergängen, Nasenarbeit und einem naturnahen Alltag haben.

Geeignet ist er für Menschen, die:

  • ausreichend Platz und Zeit bieten können,
  • Erfahrung mit Lauf- oder Jagdhunden besitzen oder sich gründlich einarbeiten,
  • Freude an Nasenarbeit und gemeinsamen Aktivitäten haben,
  • mit einem kräftigen und gelegentlich lautstarken Hund umgehen können,
  • das Fell und die langen Ohren regelmässig pflegen,
  • den Jagdtrieb zuverlässig absichern können.

Weniger geeignet ist er für Menschen, die:

  • einen leichtführigen Hund mit ständig sicherem Freilauf erwarten,
  • wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung haben,
  • einen besonders sauberen oder pflegearmen Haushund suchen,
  • mit lautem, tiefem Hundegebell Schwierigkeiten haben,
  • einen grossen Hund körperlich nicht sicher führen können.

Der Otterhound ist ein aussergewöhnlicher und heute sehr seltener Laufhund. Wer seine Selbstständigkeit, seinen Spürtrieb und seine Freude am Wasser versteht, kann in ihm einen freundlichen, ausdauernden und charaktervollen Begleiter finden.

Auch die Deutsche Bracke ist ein Laufhund der FCI-Gruppe 6 mit feiner Nase und selbstständiger Arbeitsweise. Der Otterhound ist jedoch wesentlich grösser, rauhaarig und besonders auf die Arbeit im Wasser spezialisiert.

FCI - Nr.:294; Otterhound; Grossbritannien
Gruppe:6.1; Laufhunde, Sektion grosse Laufhunde. Ohne Arbeitsprüfung.
Größe:Rüden ungefähr 69 cm, Hündinnen ungefähr 61 cm
Gewicht:abhängig von Grösse, Geschlecht und Körperbau
Farben:verschiedene bei Laufhunden anerkannte Farben und Farbkombinationen
Pflege:Doppelfell regelmässig bürsten und kämmen, Ohren und Pfoten kontrollieren
Auslauf:viel Bewegung, Nasenarbeit und kontrollierte Beschäftigung
Alter:häufig etwa 10–13 Jahre

Vereine

Basset-Hound-Club von Deutschland e.V.


https://basset-hound.de/

Österreichischer Kynologenverband (ÖKV)

Siegfried-Marcus-Straße 7
2362 Biedermannsdorf
Mail: office(at)oekv(dot)at
https://www.oekv.at/

Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG)

Thalstrasse 49
4710 Balsthal
Mail: info(at)skg(dot)ch
https://www.skg.ch/


Sinnvolles Zubehör für Otterhound

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Der Otterhound arbeitet besonders gern mit seiner Nase. Sinnvoll sind kontrollierte Suchaufgaben, bei denen er eine Spur verfolgen und gemeinsam mit seinem Menschen ein Ziel erreichen kann.

Schleppleine für Such- und Rückruftraining

Eine Schleppleine gibt dem grossen Laufhund mehr Bewegungsfreiheit, während sein ausgeprägter Spürtrieb weiterhin abgesichert bleibt. Material, Länge und Belastbarkeit müssen zur Grösse und Kraft des Hundes passen.

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Futterdummy für gemeinsame Nasenarbeit

Ein Futterdummy kann für kurze Suchaufgaben und kontrolliertes Apportieren verwendet werden. Er ist als gemeinsames Trainingsmittel gedacht und sollte nicht dauerhaft als Kauspielzeug zur Verfügung stehen.

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Hinweis: Zubehör sollte passend zur Grösse, zum Alter und zum individuellen Verhalten des Hundes ausgewählt werden. Beschäftigungsmaterial sollte bestimmungsgemäss und bei Bedarf unter Aufsicht verwendet werden.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zu verantwortungsvoller Zucht und zur Rasse bietet der Verband für das Deutsche Hundewesen.

Den internationalen Rassestandard führt die Fédération Cynologique Internationale unter der Standardnummer 294.

Rechtlicher Hinweis

Die beschriebenen Eigenschaften sind allgemeine rassetypische Merkmale. Charakter, Verhalten, Gesundheit und Eignung können beim einzelnen Hund abweichen und werden unter anderem durch Veranlagung, Zucht, Sozialisation, Erziehung und Haltung beeinflusst. Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche noch eine rechtliche Beratung. Zusätzlich sind die am jeweiligen Wohnort geltenden Vorschriften zur Hundehaltung zu beachten.


Bildnachweis: Rassebild von Wikipedia unter Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 von User Canarian

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