Leonberger

Der Leonberger ist ein grosser, meist gelassener und familienbezogener Begleithund mit ausgeprägter körperlicher Präsenz. Platz, frühe Erziehung, intensive Fellpflege und sorgfältige Gesundheitsvorsorge sind unverzichtbar.
Der Leonberger ist ein grosser, meist gelassener und familienbezogener Begleithund mit ausgeprägter körperlicher Präsenz. Platz, frühe Erziehung, intensive Fellpflege und sorgfältige Gesundheitsvorsorge sind unverzichtbar. Dieses Rasseportrait ordnet seine Anforderungen ehrlich und alltagstauglich ein.
Herkunft und Geschichte
Die Geschichte des Leonbergers ist eng mit der württembergischen Stadt Leonberg und dem Stadtrat Heinrich Essig verbunden. Essig wollte im 19. Jahrhundert einen grossen, löwenähnlichen Hund schaffen. Welche Rassen in der frühen Zucht tatsächlich beteiligt waren, ist nicht in allen Einzelheiten zweifelsfrei dokumentiert; Neufundländer, Bernhardiner und Pyrenäenberghund werden traditionell genannt.
Leonberger wurden als repräsentative Hunde, Hofwächter und Zugtiere gehalten. Beide Weltkriege liessen den Bestand stark einbrechen. Engagierte Züchter bauten die Population jeweils neu auf. Heute steht ein nervenfester, familienbezogener Begleithund im Mittelpunkt.
Erscheinungsbild
Er ist sehr gross, kräftig und dennoch harmonisch. Rüden messen 72–80 cm, Hündinnen 65–75 cm. Das lange Fell zeigt löwenfarbene Töne mit schwarzer Maske.
Wesen und Charakter
Der Standard beschreibt einen angenehmen Begleithund, der ohne Schwierigkeiten überallhin mitgenommen werden kann. Viele Leonberger sind freundlich, geduldig und eng an ihre Familie gebunden. Sie wirken oft gelassen, nehmen ihre Umgebung aber aufmerksam wahr und können durch Grösse und Stimme deutlich abschrecken.
Gelassenheit entsteht nicht allein durch die Rasse. Ein schlecht sozialisierter oder unsicherer Hund in diesem Format ist kaum zu handhaben. Frühe positive Erfahrungen mit Menschen, Hunden, Verkehr, Pflege und Tierarztbesuchen sind deshalb unverzichtbar.
Rassebeschreibungen zeigen typische Tendenzen, bestimmen aber nicht den einzelnen Hund. Veranlagung, Aufzucht, Sozialisation, Lernerfahrungen und Haltung beeinflussen seine Entwicklung.
Erziehung und Beschäftigung
Grundsignale, Leinenführigkeit und ruhiges Verhalten werden früh aufgebaut, solange der Hund körperlich noch gut zu halten ist. Nasenarbeit und angepasste Wasserarbeit können passen.
Haltung und Familie
Er benötigt Platz, Familienanschluss und belastbare Halter. Treppen, glatte Böden, Hitze und lange Belastungen im Wachstum müssen bedacht werden.
Fellpflege
Das dichte Langhaar wird gründlich gebürstet, besonders im Fellwechsel. Ohren, Pfoten und Haut werden kontrolliert.
Wachstum und Alltag eines Riesenhundes
Leonberger wachsen schnell, sind aber körperlich erst spät ausgereift. Im ersten Lebensabschnitt sind kontrollierte Bewegung, rutschfeste Böden und ein schlankes Körpergewicht wichtiger als lange Touren. Häufiges Treppensteigen, erzwungenes Joggen und wilde Sprünge belasten den unreifen Bewegungsapparat.
Ein grosses Auto, ausreichend breite Liegeflächen und realistische Futter- und Tierarztkosten gehören zur Planung. Seine Vorliebe für Wasser ist verbreitet, aber keine Garantie; Schwimmen wird nur angeboten, wenn der Hund sicher ein- und aussteigen kann.
Gesundheit
Verantwortungsvolle Zucht berücksichtigt Hüft- und Ellenbogengelenke, Augen und je nach Zuchtprogramm Herz sowie rassespezifische DNA-Tests. Beim Leonberger sind unter anderem Polyneuropathien und Leukoenzephalomyelopathie Gegenstand genetischer Vorsorge.
Als grosser, tiefbrüstiger Hund trägt er ein Risiko für Magendrehung. Ein aufgeblähter Bauch, Unruhe und erfolgloses Würgen sind ein Notfall. Gesundheitsnachweise, Langlebigkeit der Verwandtschaft und ein funktionaler Körperbau sollten vor der Anschaffung besprochen werden.
Diese Angaben ersetzen keine tierärztliche Beratung. Auffälligkeiten bei Atmung, Bewegung, Verdauung, Haut, Gewicht oder Allgemeinbefinden sollten fachlich abgeklärt werden.
Die Deutsche Dogge gehört wie der Leonberger zu den Molossoiden der FCI-Gruppe 2 und erreicht eine ähnliche Grössenordnung. Sie ist kurzhaarig und hochläufiger, während der Leonberger kräftiger und langhaarig erscheint.
Für wen eignet sich der Leonberger?
Geeignet ist er für Menschen, die:
• ausreichend Platz und ein geeignetes Fahrzeug besitzen,
• einen grossen, familienbezogenen und meist gelassenen Begleiter suchen,
• Fellpflege, Erziehung und Gesundheitsvorsorge zuverlässig übernehmen,
• Wachstum und Bewegung eines Riesenhundes vernünftig begleiten
Weniger geeignet ist er für Menschen, die:
• in sehr beengten oder dauerhaft heissen Verhältnissen leben,
• Futter-, Pflege- und Tierarztkosten unterschätzen,
• einen grossen Hund ohne frühe Alltagserziehung halten möchten,
• häufiges Treppensteigen oder intensive Belastung im Wachstum nicht vermeiden können
Wer Herkunft, Charakter und Bedürfnisse realistisch berücksichtigt, schafft die beste Grundlage für ein verlässliches Zusammenleben.
| FCI - Nr.: | 145; Leonberger |
| Gruppe: | 2.2; Molossoide, Berghunde; ohne Arbeitsprüfung |
| Größe: | Rüden 72–80 cm, Hündinnen 65–75 cm |
| Gewicht: | kein Gewicht im FCI-Standard festgelegt; häufig deutlich über 40 kg |
| Farben: | löwengelb, rot, rotbraun und Kombinationen, jeweils mit schwarzer Maske |
| Pflege: | Das dichte Langhaar wird gründlich gebürstet, besonders im Fellwechsel. Ohren, Pfoten und Haut werden kontrolliert. |
| Auslauf: | Grundsignale, Leinenführigkeit und ruhiges Verhalten werden früh aufgebaut, solange der Hund körperlich noch gut zu halten ist. Nasenarbeit und angepasste Wasserarbeit können passen. |
| Alter: | häufig etwa 8–10 Jahre |
Vereine
Deutscher Club für Leonberger Hunde e.V.
Österreichischer Club für Leonberger Hunde e.V. (ÖCLH)
Schweizer Leonberger Club SLC
Sinnvolles Zubehör für den Leonberger
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Eine ausreichend grosse, rutschfeste und gut gepolsterte Liegefläche entlastet Druckpunkte und ermöglicht dem Riesenhund entspanntes Ausstrecken.
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Unterwollrechen
Ein Unterwollrechen hilft im Fellwechsel, gelöste Unterwolle abschnittsweise auszukämmen. Er wird ohne Druck verwendet, damit die Haut nicht gereizt wird.
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grosse faltbare Wasserschüssel
Eine gross dimensionierte, standsichere Reiseschüssel sichert unterwegs Wasser; bei Wärme braucht der Leonberger besonders häufige Trink- und Schattenpausen.
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Zubehör muss zu Grösse, Alter, Gesundheit und Verhalten passen. Beschäftigungsmaterial bei Bedarf nur unter Aufsicht verwenden.
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Weiterführende Informationen
Allgemeine Informationen zu verantwortungsvoller Zucht und zur Rasse bietet der Verband für das Deutsche Hundewesen.
Den internationalen Rassestandard führt die Fédération Cynologique Internationale unter der Standardnummer 145.
Rechtlicher Hinweis
Die beschriebenen Eigenschaften sind allgemeine rassetypische Merkmale. Charakter, Verhalten, Gesundheit und Eignung können beim einzelnen Hund abweichen und werden unter anderem durch Veranlagung, Zucht, Sozialisation, Erziehung und Haltung beeinflusst. Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche noch eine rechtliche Beratung. Zusätzlich sind die am jeweiligen Wohnort geltenden Vorschriften zur Hundehaltung zu beachten.
Kommentare
Hallo,
wenn der Hund (noch) nicht raus will, lass´ ihn halt im Garten. Da würde ich allerdings verschiedenste Situationen imitieren, wie Regenschirm auf, verschieden Folien/Untergründe begehen, Besuch einladen mit Kind/Hund usw. Und gut wäre es auch, ein spielzeug zu prägen, nit dem man dann die magische Pforte zur Straße überspielen kann. Welpen haben oft Angst, die Höhle (Haus und Garten) zu verlassen!! Vielleicht kennt Ihr auch einen älteren Hund, der quasi als Führer dienen kann..
Nicht verzweifeln!! sabine
Ulrike Czylok
Ja - viel Auslauf! Aber ich bekomme meine Hündin leider nicht vor die Türe!
Sie ist fast 4 Monate alt und fürchtet sich außerhalb des Gartens/des Hauses zu Tode. Was kann ich tun? Und WIE???
Julia
Der Leonberger benötigt sehr viel Auslauf.







