Deutsche Dogge

Die Deutsche Dogge verbindet enorme Grösse mit einem häufig freundlichen und sensiblen Wesen. Was Halter bei Haltung, Erziehung und Gesundheit beachten sollten. Gute Planung ist wichtig.

Die Deutsche Dogge verbindet enorme Grösse mit einem häufig freundlichen und sensiblen Wesen. Was Halter bei Haltung, Erziehung und Gesundheit beachten sollten. Gute Planung ist wichtig.

Die Deutsche Dogge verbindet enorme Grösse mit einem häufig freundlichen und sensiblen Wesen. Frühe Alltagserziehung, viel Platz, kontrolliertes Wachstum und Vorsorge für Herz, Gelenke und Magendrehung sind entscheidend. Dieses Rasseportrait zeigt, welche Anforderungen im wirklichen Alltag entscheidend sind.

Herkunft und Geschichte

Vorläufer der Deutschen Dogge waren grosse, kräftige Hunde, die an europäischen Höfen zur Jagd auf Wildschwein und anderes wehrhaftes Wild gehalten wurden. Bezeichnungen wie Englische Dogge, Ulmer Dogge, Saupacker oder Hatzrüde beschrieben zunächst unterschiedliche Typen und Verwendungen.

1880 einigten sich Züchter in Berlin auf den Namen Deutsche Dogge und einen gemeinsamen Standard. Mit dem Ende der höfischen Jagd wandelte sich ihre Aufgabe zum Wach-, Repräsentations- und Begleithund. Die FCI führt sie als deutsche Rasse unter Standardnummer 235.

Erscheinungsbild

Sie ist sehr gross, hochläufig, kräftig und elegant. Der aktuelle Standard nennt für Rüden 80–90 cm und für Hündinnen 72–84 cm. Es bestehen mehrere klar geregelte Farbschläge.

Wesen und Charakter

Eine wesensfeste Deutsche Dogge ist freundlich, anhänglich und ihren Bezugspersonen sehr zugetan. Sie soll selbstsicher, leichtführig und ohne hohe Aggressionsschwelle sein. Viele suchen engen Körperkontakt und reagieren überraschend sensibel auf Härte oder Unruhe.

Ihre Gelassenheit darf nicht vorausgesetzt werden. Unsicherheit, Leinenreaktivität oder stürmisches Anspringen werden bei 70 Kilogramm und mehr schnell gefährlich. Sorgfältige Sozialisation, gut dosierte Umweltreize und ein ruhiger Trainingsstil sind wichtiger als Kraftproben.

Rassebeschreibungen zeigen typische Tendenzen, bestimmen aber nicht den einzelnen Hund. Veranlagung, Aufzucht, Sozialisation, Lernerfahrungen und Haltung beeinflussen seine Entwicklung.

Erziehung und Beschäftigung

Leinenführigkeit, Rückruf, ruhiges Begrüssen und kooperative Pflege werden früh trainiert. Im Wachstum müssen Sprünge und monotone Belastung vermieden werden.

Haltung und Familie

Sie benötigt viel Platz, ein geeignetes Fahrzeug, rutschfeste Böden und ausreichende finanzielle Reserven. Familienanschluss ist wichtiger als reine Gartenhaltung.

Fellpflege

Das kurze Fell ist unkompliziert; Krallen, Pfoten, Zähne und Liegestellen verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Leben mit einem Hund im Riesenformat

Was bei mittelgrossen Hunden eine kleine Unart bleibt, wird bei einer ausgewachsenen Dogge schnell zum Sicherheitsproblem. Leinenführigkeit, ruhiges Ein- und Aussteigen, Warten an Türen und kooperative Untersuchungen werden daher bereits mit dem Welpen geübt. Körperliche Härte ist weder nötig noch sinnvoll.

Zur Haltung gehören ein ausreichend grosses Fahrzeug, breite und rutschfeste Wege, weiche Liegeflächen und ein finanzielles Polster. Futter, Medikamente und Operationen werden nach Körpergewicht berechnet. Auch Betreuung oder Ferienunterbringung ist für einen solchen Hund nicht überall verfügbar.

Gesundheit

Bei der Deutschen Dogge zählen Herzgesundheit, besonders im Hinblick auf dilatative Kardiomyopathie, sowie Hüften und weitere Erkrankungen des Bewegungsapparats zu wichtigen Vorsorgebereichen. Zuchtentscheidungen sollten auch Lebensdauer und Todesursachen naher Verwandter einbeziehen.

Die Magendrehung ist ein akuter Notfall. Unruhe, Speicheln, ein sich aufblähender Bauch und erfolgloses Würgen erfordern sofortige tierärztliche Behandlung. Wachstum und Gewicht werden sorgfältig begleitet; mehr Masse ist nicht automatisch gesünder.

Diese Angaben ersetzen keine tierärztliche Beratung. Auffälligkeiten bei Atmung, Bewegung, Verdauung, Haut, Gewicht oder Allgemeinbefinden sollten fachlich abgeklärt werden.

Mit dem Leonberger verbindet die Deutsche Dogge ihre eindrucksvolle Grösse und die Zugehörigkeit zu den Molossoiden der FCI-Gruppe 2. Der Leonberger besitzt jedoch langes Fell und einen kräftigeren, weniger hochläufigen Körperbau.

Für wen eignet sich die Deutsche Dogge?

Geeignet ist er für Menschen, die:

  • sehr viel Platz und ein ausreichend grosses Fahrzeug besitzen,
  • einen freundlichen, sensiblen und eng verbundenen Riesenhund suchen,
  • Leinenführigkeit und ruhiges Alltagsverhalten früh trainieren,
  • hohe laufende Kosten und umfassende Gesundheitsvorsorge tragen können

Weniger geeignet ist er für Menschen, die:

  • in kleinen oder treppenreichen Wohnverhältnissen leben,
  • Kraft, Gewicht und Transportbedarf eines Riesenhundes unterschätzen,
  • nur einen imposanten Wachhund suchen,
  • mit möglichen Erkrankungen und einer oft begrenzten Lebenserwartung nicht umgehen können

Wer Herkunft, Charakter und Bedürfnisse realistisch berücksichtigt, schafft die beste Grundlage für ein verlässliches Zusammenleben.

FCI - Nr.:235; Deutsche Dogge
Gruppe:2.2; Molossoide, doggenartige Hunde; ohne Arbeitsprüfung
Größe:Rüden 80–90 cm, Hündinnen 72–84 cm
Gewicht:kein Gewicht im FCI-Standard festgelegt
Farben:Gelb, Gestromt, Schwarz, Schwarz-Weiss gefleckt, Schwarz-Grau gefleckt oder Blau
Pflege:Das kurze Fell ist unkompliziert; Krallen, Pfoten, Zähne und Liegestellen verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Auslauf:Leinenführigkeit, Rückruf, ruhiges Begrüssen und kooperative Pflege werden früh trainiert. Im Wachstum müssen Sprünge und monotone Belastung vermieden werden.
Alter:häufig etwa 7–10 Jahre
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Vereine

Deutscher Doggen Club 1888 e.V. (DDC)


https://www.doggen.de/

Kynologische Gesellschaft für Deutsche Doggen e.V.


https://kydd-doggen.de/

Österreichischer Doggen-Klub


https://www.doggenklub.at

Schweizerischer Club für Deutsche Doggen SCDD


https://deutscher-doggen-club.ch/


Sinnvolles Zubehör für die Deutsche Dogge

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extra grosse orthopädische Liegematte

Eine druckentlastende Liegefläche im passenden Riesenformat schützt Ellenbogen und andere Auflagepunkte; der Hund muss sich vollständig ausstrecken können.

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höhenverstellbare Auto-Einstiegsrampe

Eine breite, tragfähige Rampe erleichtert den Einstieg ins Fahrzeug. Sie wird früh positiv trainiert und benötigt eine zur Fahrzeughöhe passende Belastbarkeit.

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sehr stabiles Y-Geschirr

Geschirr, Nähte und Verschlüsse müssen dem Gewicht der Dogge standhalten, ohne Achseln oder Schulter zu blockieren. Die Passform wird regelmässig geprüft.

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Zubehör muss zu Grösse, Alter, Gesundheit und Verhalten passen. Beschäftigungsmaterial bei Bedarf nur unter Aufsicht verwenden.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zu verantwortungsvoller Zucht und zur Rasse bietet der Verband für das Deutsche Hundewesen.

Den internationalen Rassestandard führt die Fédération Cynologique Internationale unter der Standardnummer 235.

Rechtlicher Hinweis

Die beschriebenen Eigenschaften sind allgemeine rassetypische Merkmale. Charakter, Verhalten, Gesundheit und Eignung können beim einzelnen Hund abweichen und werden unter anderem durch Veranlagung, Zucht, Sozialisation, Erziehung und Haltung beeinflusst. Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche noch eine rechtliche Beratung. Zusätzlich sind die am jeweiligen Wohnort geltenden Vorschriften zur Hundehaltung zu beachten.

Kommentare

Detlef Thaler

Hallo liebe Hunde Freunde,
ich habe selber einen Rüden. Nero wird im Mai 2015 nun 5Jahre. Für mich sind Doggen, bei richtiger Haltung und Sizialisierung die liebsten und schönsten Hunde. Nero lebt mit mir in der Wohnung von Welpe an. Er hat trotz seiner Größe von 82cm noch nie etwas kaputt gemacht oder angefressen.
Fotos sind auf meiner Homepage.
LG Detlef Thaler

Ulrich Kuther

zum Gewicht: die Angabe von 55 kg kann sich nur auf eine sehr kleine Hündin beziehen. In der Regel wiegen Doggen-Hündinnen 60 bis 70 kg, Rüden können leicht 80 und mehr kg wiegen.

@ Julia: je größer der Hund, desto niedriger die Lebenserwartung

Julia

Bei der Deutschen Dogge gibt es unterschiedliche Fellfarbtypen:
-Gelb
-Tigerschecke
-Gestromt
-Braun
Eins würde mich allerdings mal interessieren: Warum hat diese Rasse neben dem Irish Wolfhound eine der geringsten durschnittlichen Lebenserwartungen? Wenn mir das jemand erklären kann, dann schickt mir eine kurze E-Mail an: giulia_rafanadal(at)web(dot)de

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