Collie Langhaar

Der Langhaarige Collie ist ein eleganter, sensibler und aufmerksamer britischer Hütehund. Was Halter bei Haltung, Erziehung und Gesundheit beachten sollten. Gute Planung ist wichtig.

Der Langhaarige Collie ist ein eleganter, sensibler und aufmerksamer britischer Hütehund. Was Halter bei Haltung, Erziehung und Gesundheit beachten sollten. Gute Planung ist wichtig.

Der Langhaarige Collie ist ein eleganter, sensibler und aufmerksamer britischer Hütehund. Er braucht engen Familienkontakt, eine freundliche Erziehung und regelmäßige Fellpflege. Hinter dem berühmten Erscheinungsbild steht ein lernfreudiger Hund, der Ruhe, verlässliche Führung und passende geistige Beschäftigung schätzt.

Herkunft und Geschichte

Der Langhaarige Collie entwickelte sich aus den Hütehunden Schottlands. Im 19. Jahrhundert begann die planmäßige Zucht, und aus dem vielseitigen Arbeitshund entstand zusätzlich ein geschätzter Ausstellungs- und Begleithund. Seine weltweite Bekanntheit wurde später durch die Roman- und Filmfigur Lassie verstärkt. Der Collie wurde außerdem als Melde- und Sanitätshund eingesetzt. Diese Geschichte erklärt seine Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und enge Zusammenarbeit mit Menschen.

Die Herkunft des Namens wird häufig mit den dunklen schottischen Colley-Schafen in Verbindung gebracht; vollständig gesichert ist diese Deutung nicht. Sicher ist dagegen, dass die Hunde der schottischen Schäfer nicht allein nach Schönheit, sondern vor allem nach Verwendbarkeit ausgewählt wurden. Ausdauer, Übersicht und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit waren im rauen Arbeitsalltag wichtiger als ein besonders üppiges Haarkleid.

Langhaariger und Kurzhaariger Collie werden von der FCI heute als getrennte Rassen mit eigenen Standardnummern geführt. Sie teilen wesentliche historische Wurzeln, dürfen aber nicht einfach als Fellvarianten desselben Standards betrachtet werden. Beim Langhaarigen Collie prägte die Ausstellungzucht das elegante Erscheinungsbild besonders stark; seine Herkunft als arbeitsfähiger Hütehund sollte dabei nicht vergessen werden.

Erscheinungsbild

Er ist harmonisch, würdevoll und beweglich gebaut. Der lange, keilförmige Kopf, die mandelförmigen Augen und die kleinen, korrekt getragenen Ohren prägen den typischen Ausdruck. Das üppige Haarkleid darf die Körperlinien nicht vollständig verdecken. Anerkannt sind Zobel-Weiß, Dreifarbig und Blue Merle. Die gezielte Verpaarung zweier Merle-Hunde ist aus Tierschutzgründen zu vermeiden.

Rüden erreichen laut FCI-Standard 56 bis 61 cm, Hündinnen 51 bis 56 cm Widerristhöhe. Ein verbindliches Gewicht nennt der Standard nicht. Entscheidend sind harmonische Proportionen, ein tragfähiger Bewegungsapparat und ein Körpergewicht, bei dem Rippen und Taille gut kontrollierbar bleiben. Sehr viel Fell darf weder mangelnde Substanz verdecken noch den Hund in seiner Bewegung behindern.

Das Deckhaar ist gerade und harsch, die Unterwolle weich, pelzig und so dicht, dass sie die Haut nahezu verdeckt. Mähne, Halskrause und Befederung sind ausgeprägt; Gesicht und Vorderseiten der Läufe bleiben dagegen kurzhaarig. Bei Blue Merle wird eine klare, silbrigblaue Grundfarbe mit schwarzer Marmorierung angestrebt. Große schwarze Flächen, verwaschene Farbe oder zuchtbedingte Gesundheitsrisiken dürfen nicht mit besonderer Exklusivität verwechselt werden.

Wesen und Charakter

Der Standard verlangt ein freundliches Wesen ohne Nervosität oder Aggressivität. Viele Collies sind sensibel, aufmerksam und stark auf ihre Bezugspersonen ausgerichtet. Wachsamkeit kann mit Bellfreude einhergehen. Grober Umgang, hektische Stimmung und unklare Regeln verunsichern empfindliche Hunde leichter als ruhige, berechenbare Führung.

Sensibilität bedeutet nicht automatisch Ängstlichkeit. Ein wesensfester Collie soll Umweltreize wahrnehmen, sich dabei aber an seinem Menschen orientieren und nach einer Aufregung wieder entspannen können. Gute Aufzucht umfasst deshalb unterschiedliche Untergründe, Geräusche, Menschen, Verkehr und kontrollierte Hundekontakte, ohne den Welpen mit Reizen zu überfluten.

Viele Collies besitzen wenig ausgeprägte jagdliche Motivation, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Bewegungsreize, Wildsichtungen oder schlechte Erfahrungen können auch bei dieser Rasse Jagd- oder Hetzverhalten auslösen. Rückruf und Orientierung am Menschen werden daher genauso sorgfältig trainiert wie bei anderen Hunden.

Erziehung und Beschäftigung

Der Collie lernt gern und reagiert gut auf freundliche Konsequenz, kurze Übungen und klare Rückmeldung. Rückruf, Leinenführigkeit, Ruhe, Alleinbleiben und kontrollierte Begegnungen werden früh aufgebaut. Geeignet sind Nasenarbeit, Rally Obedience, Hoopers, Tricktraining und angepasste längere Spaziergänge. Nicht jeder Collie braucht intensiven Sport, wohl aber gemeinsames Lernen und verlässliche Beschäftigung.

Seine schnelle Auffassungsgabe kann dazu verleiten, immer mehr Signale und Tricks abzufragen. Für den Alltag sind jedoch zuverlässige Grundlagen wertvoller als eine große Zahl nur oberflächlich gelernter Übungen. Der Hund sollte warten, Frustration aushalten, sich untersuchen lassen und auch in belebter Umgebung ansprechbar bleiben. Belohnungen können Futter, Spiel, soziale Bestätigung oder der Zugang zu einer gewünschten Aktivität sein.

Beim Hundesport werden Körperbau, Alter und Kondition berücksichtigt. Hohe Sprünge, enge Wendungen und monotones Ballwerfen sind besonders im Wachstum ungeeignet. Viele Collies genießen ausgedehnte Spaziergänge, abwechslungsreiche Suchaufgaben oder ruhiges Distanztraining ebenso wie formalen Sport.

Haltung und Familie

Bei passender Sozialisation kann er ein angenehmer Familienhund sein. Kinder und Hund werden im Umgang angeleitet, Rückzugsorte bleiben ungestört. Eine Wohnung ist möglich, wenn Bewegung, Ruhe und geistige Aufgaben stimmen. Langes Alleinsein passt schlecht zu seiner Menschenbezogenheit.

Der Collie möchte meist nah bei seinen Menschen leben und am Alltag teilhaben. Das bedeutet nicht, dass er ständig beschäftigt oder überallhin mitgenommen werden muss. Ein fester Ruheplatz, kleinschrittig aufgebautes Alleinbleiben und Zeiten ohne Ansprache helfen ihm, Selbstständigkeit und Entspannung zu entwickeln.

In geräuschvollen Haushalten oder dichtem Stadtverkehr braucht ein empfindlicher Hund besonders gute Rückzugsmöglichkeiten. Treppen, glatte Böden und häufiges Ein- und Aussteigen werden im Wachstum gelenkschonend gestaltet. Ein Garten erleichtert den Alltag, ersetzt aber keine gemeinsamen Wege und kein Training.

Fellpflege

Das lange Deckhaar und die dichte Unterwolle werden regelmäßig bis zur Haut kontrolliert. Besonders hinter den Ohren, an Achseln, Hosen und Rute können Knoten entstehen. Während des Fellwechsels steigt der Aufwand. Ohren, Zähne, Krallen und Pfoten werden mitgepflegt; Scheren ersetzt die fachgerechte Pflege des Doppelfells nicht.

Das Fell wird abschnittsweise angehoben und von der Haut nach außen bearbeitet. Ein grobzinkiger Metallkamm zeigt, ob Bürste oder Unterwollwerkzeug tatsächlich bis in die Tiefe gelangt sind. Zu grobes oder zu häufiges Entfernen der Unterwolle kann Haut und Haarkleid schädigen. Die passende Technik hängt von Fellmenge, Struktur, Alter und Jahreszeit ab.

Nach Spaziergängen werden Grannen, Kletten und Zecken gesucht. Dicht behaarte Pfoten und Bereiche hinter den Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit. Gebadet wird bei Bedarf mit einem geeigneten Hundeshampoo; anschließend muss die dichte Unterwolle vollständig trocknen. Die Gewöhnung an Bürsten, Föhn, Pfotenkontrolle und ruhiges Stehen beginnt bereits im Welpenalter.

Gesundheit

Bei der Zuchtauswahl sind unter anderem Hüftgesundheit und erbliche Augenerkrankungen relevant. Für CEA und weitere genetische Merkmale stehen Untersuchungen beziehungsweise DNA-Tests zur Verfügung; auch der MDR1-Status kann für die Medikamentenverträglichkeit bedeutsam sein. Ergebnisse müssen fachkundig eingeordnet werden und ersetzen weder eine klinische Untersuchung noch die Beratung durch Tierarzt und Zuchtverein.

Beim Langhaarigen Collie gehören klinische Augenuntersuchungen und die Kontrolle der Hüften zu den wichtigen Bausteinen verantwortungsvoller Zucht. Verfügbare DNA-Tests betreffen unter anderem Collie Eye Anomaly beziehungsweise choroidale Hypoplasie (CEA/CH), die progressive Retinaatrophie PRA-rcd2, degenerative Myelopathie und MDR1. Ein genetischer Befund beschreibt ein bestimmtes Risiko oder einen Trägerstatus, aber nicht die gesamte Gesundheit eines Hundes.

Ein veränderter MDR1-Status kann die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Arzneimitteln erhöhen. Halter sollten den dokumentierten Befund beim Tierarzt angeben und Medikamente niemals eigenmächtig meiden, auswählen oder dosieren. Auch Hunde mit unauffälligem Gentest benötigen regelmäßige klinische Vorsorge. Sehprobleme, unsicherer Gang, Lahmheit, starke Leistungseinbußen oder auffällige Medikamentenreaktionen gehören tierärztlich abgeklärt.

Für wen eignet sich der Langhaarige Collie?

Geeignet ist er für Menschen, die:

  • einen feinfühligen und lernfreudigen Begleiter suchen,
  • freundlich, ruhig und konsequent erziehen,
  • regelmäßige Fellpflege übernehmen,
  • Wachsamkeit und mögliche Bellfreude lenken,
  • engen Familienanschluss bieten

Weniger geeignet ist er für Menschen, die:

  • einen robust-unempfindlichen Hund für groben Umgang erwarten,
  • Pflegeaufwand vermeiden möchten,
  • den Hund häufig lange allein lassen,
  • Blue Merle allein nach der Farbe auswählen,
  • Ruhetraining und Sozialisation unterschätzen

Der Kurzhaarige Collie gehört zur gleichen britischen Collie-Familie und besitzt ein ähnliches Grundwesen. Sein kurzes Deckhaar macht die Pflege deutlich weniger aufwendig, ohne ihn zu einem anspruchslosen Hund zu machen.

Wer Sensibilität, Bewegungsfreude, Fellpflege und Familienbezug realistisch berücksichtigt, schafft eine gute Grundlage für ein verlässliches Zusammenleben mit dem Langhaarigen Collie.

FCI - Nr.:156; Langhaariger Collie; Großbritannien
Gruppe:1.1; Hütehunde und Treibhunde; Sektion Schäferhunde; ohne Arbeitsprüfung
Größe:Rüden 56–61 cm, Hündinnen 51–56 cm
Gewicht:im FCI-Standard nicht festgelegt; häufig etwa 18–30 kg
Farben:Zobel-Weiß, Dreifarbig und Blue Merle
Pflege:Das lange Deckhaar und die dichte Unterwolle werden regelmäßig bis zur Haut kontrolliert
Auslauf:tägliche, an Alter und Gesundheit angepasste Bewegung und geistige Beschäftigung
Alter:häufig etwa 12–14 Jahre
Collie Langhaar - Bild 1 Collie Langhaar - Bild 2 Collie Langhaar - Bild 3 Collie Langhaar - Bild 4 Collie Langhaar - Bild 5

Vereine

Club für Britische Hütehunde e.V.


https://www.cfbrh.de

Deutscher Collie Club e.V.


https://collie-club.de/

Österreichischer Club für Britische Hütehunde


https://www.huetehunde.at/

Schweizerischer Collie-Club SCC


https://www.collieclub.ch/


Sinnvolles Zubehör für den Langhaarigen Collie

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Langhaarkamm

Ein stabiler Metallkamm mit abgerundeten Zinken hilft bei der Kontrolle des langen Fells bis zur Haut. Die Zahnung muss zur individuellen Fellstruktur passen; Knoten werden vorsichtig gelöst und nicht gewaltsam herausgerissen.

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Unterwollbürste

Eine geeignete Unterwollbürste kann während des Fellwechsels lose Haare entfernen. Sie wird ohne starken Druck und nicht schematisch täglich eingesetzt, damit Haut und schützendes Deckhaar nicht beschädigt werden.

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Schnüffelteppich

Ein Schnüffelteppich ermöglicht ruhige Nasenarbeit im Haus und kann an Tagen mit schlechtem Wetter eine kleine Beschäftigung ergänzen. Er ersetzt weder Spaziergänge noch Training und wird bei zum Zerlegen neigenden Hunden nur unter Aufsicht verwendet.

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Hinweis: Zubehör muss zu Größe, Alter, Gesundheitszustand und Verhalten des einzelnen Hundes passen. Es ersetzt weder Training noch fachkundige gesundheitliche Beratung.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zu verantwortungsvoller Zucht und zur Rasse bietet der Verband für das Deutsche Hundewesen.

Den internationalen Rassestandard führt die Fédération Cynologique Internationale unter der Standardnummer 156.

Rechtlicher Hinweis

Die beschriebenen Eigenschaften sind allgemeine rassetypische Merkmale. Charakter, Verhalten, Gesundheit und Eignung können beim einzelnen Hund abweichen und werden unter anderem durch Veranlagung, Zucht, Sozialisation, Erziehung und Haltung beeinflusst. Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche noch eine rechtliche Beratung. Zusätzlich sind die am jeweiligen Wohnort geltenden Vorschriften zur Hundehaltung zu beachten.

Kommentare

Lilli

Hunde sind toll.... :)
Egal welche Rssse :^

Fürst Eberhard Valentin Wundbert von Juliani

Fürst Eberhard Valentin Wundbert von Juliani
Diese Hunde sind meine vorzügliche Lieblingsrasse. Herrlich diese Haare.

Grüße vom Pilgerpfad,
Fürst Juliani von Lüneburg

Antonia

Der Collie ist ein sehr treuer, kinderlieber Hund, der seinem Herrchen sehr vertraut und gerne Aufgaben für ihn erledigt. Wir hatten zwölf Jahre eine ganz tolle Collie-Hündin und ich kann sagen, dass wir noch nie zuvor einen so schlauen und folgsamen Hund hatten wie ihn. Lange Spaziergänge. sowie die tägliche Fellpflege müssen aber eingerechnet werden. Eine ganz tolle Rasse!!!!!

Julia

Der Langhaarige Collie (auch: Langhaariger Schottischer Schäferhund) ist aufgrund seines Fells echt zum Knuddeln und Kuscheln perfekt, auch wenn dieser viel Auslauf benötigt.

Kommentar

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